Berge des Winters

Flammende Zeichen

 

Der Dreiklang des Schicksals: Glaube, Magie, Krieg.

 

Über dem idyllischen Korjakengebirge ziehen düstere Wolken auf. Elija, ein junger Priester und zukünftiger Anführer seiner Sippe, soll einen erbarmungslosen Feind aufhalten, der alle Menschen des Gebirges bedroht. Elijas Weg führt ihn in die Wirren eines uralten Konflikts, der die drei Sippen der Berge entzweit hat. Doch nicht nur äußere Feinde bedrohen Elija, sondern auch der Zweifel an seiner eigenen Bestimmung.

 

Währenddessen formt sich eine unerklärliche Magie, geflochten mit den Fäden des Verrats. Die begabte junge Frau Chenka erfährt von einer geheimnisvollen Fehde zwischen den mächtigen Ahnen des Gebirges. Die Kunst der Glyphenbinderei, die sie erlernt, entpuppt sich als

Schlüssel in einem gefährlichen Spiel, das alle drei Sippen bedroht.
  

Die Sippen müssen sich vereinen, um der herannahenden Gefahr zu trotzen. Doch Misstrauen und Hass erschweren die Zusammenarbeit. Während Elija verzweifelt versucht, die Pruzzen, eine stolze Kriegergemeinschaft, zu überzeugen, offenbart sich Chenkas wahres Potenzial im Kampf gegen den Feind.  


In einem epischen Finale vor der belagerten Heimatburg wird deutlich, dass der wahre Feind nicht vor den Mauern steht, sondern in dem

jahrhundertealten Konflikt zwischen den mächtigen Ahnen der Sippen.  

Können Chenka und Elija die Balance zwischen Glaube, Magie und Krieg wahren?

 

Die „Berge des Winters. Flammende Zeichen“ – eine mitreißende Saga

voller Magie, Schicksal und der Kraft der Zusammengehörigkeit!

 

Leserstimme: "Die Berge des Winters - Flammende Zeichen" von Jaro Zohar sind für mich mitreißend und episch, in anderen Worten kann ich das wirklich nicht ausdrücken, dass mich dieses Buch wirklich positiv überrascht hat. Es gibt Gefahren, Prüfungen, eine mitreißende Geschichte und Charaktere, die einen von Anfang an in den Bann ziehen. Dabei ist die tiefgründige Charakterentwicklung wirklich gut gekonnt. Obwohl das Buch nicht nur ein, sondern vier Hauptfiguren hat, wird ihre Vielschichtigkeit  bei jedem einzelnen betont und und mit ganz viel Liebe zum Detail beschrieben."



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Die Welt

Das mächtige Korjakengebirge ist die Heimat der drei Sippen. Gewaltige Bergrücken und undurchdringliche Wälder rahmen das Geschehen ein.
Und so wie die Welt von Großmutter Winter erträumt wurde, führen die Träume und Visionen die Protagonisten zusammen. Der Glaube an die Ahnen verbindet die Sippen. Die Ahnen sind die Kinder Großmutter Winters, doch sie sind nicht alle der eigenen Schöpfung wohlgesonnen.

Die Pruzzen leben in der Wildnis der Berge. Sie sind starke Krieger und findige Fährtensucher. Ihr Leben ist rau und eng mit der Natur der Berge verbunden.

Die Dovrac bewohnen Burgen und Dörfer am Rande des Gebirges, sie bestellen Felder, treiben Handel und sind stolz auf ihre hochstehende Kultur.

Die Kal´Chen nennen ein geheimes Tal an einem See ihre Heimat. Nur die Frauen erlernen die besondere Magie der Glyphenbinderei. Mit Hilfe dieser kann die Natur und manchmal noch mehr verändert werden.  Eine Matriarchin beherrscht die Sippe.


Hörprobe

Hier findet sich eine vom Autor gelesene Hörprobe. Es handelt sich um das 2. Kapitel. Die Ereignisse werden aus Elijas´ Sicht erzählt. Die Leseprobe findet sich unter dem Link.

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Leseprobe 

II. ELIJA 

 

Her von Lappland kam ein Vogel, 

Aus dem Dämmerland ein Adler, 

Nicht gehört er zu den größten, 

Keineswegs auch zu den kleinsten, 

Streift das Meer der eine Flügel, 

Reicht der andre an den Himmel, 

Durch die Wogen fegt der Bürzel, 

An die Klippen schlägt der Schnabel. 

(Kalevala, 7. Rune) 

 

Mühsam bahnt sich das Pferd seinen Weg durch das unwegsame Gelände. Schroffe Felsen ragen aus dem dicht bewachsenen Boden hervor. Oft verfangen sich Farne und klebrige Gräser an den Hufen des Tiers. Es schnauft, dampfende Wolken umgeben sein Maul. Immer weiter durch das Unterholz kämpft es sich, treu und folgsam seinem Herren dienend. Doch nach und nach wird es immer schwächer, die Laute jämmerlicher. Schaum tropft von seinem Maul. Doch es hält nicht an. Es würde weiterlaufen, bis es so entkräftet ist, dass es in die Knie geht und stirbt. Dazu lässt es sein Reiter allerdings nicht kommen. Er steigt ab und führt es am Zügel weiter. Die Erleichterung des Reittiers ist die Mühe seines Reiters. Stunde um Stunde arbeiten sich beide bergauf und wieder bergab durch den undurchdringlich erscheinenden Wald. Die dichten Farne und Nadelbäume schlucken die Geräusche ihrer Anstrengungen. 

Elija erinnert sich nicht genau, wie lange er schon unterwegs ist. Wochen oder Monate, das hat keine Bedeutung. Schon der Aufbruch liegt im Nebel seines Bewusstseins. Nächte voller schrecklicher Träume hielten ihn davor gefangen, denn wieder und wieder hatten ihn Alpträume heimgesucht. Stets war es Nacht in ihnen und er schritt durch die Thornburg, das Heim seiner Familie. Er ging von Zimmer zu Zimmer und fand seine Liebsten: schlafend, mit offenen Augen, weißen Pupillen und offenen Mündern. Er rüttelte sie, doch sie erwachten nicht, nie. Er schrie sie an, schleifte sie aus den Betten und übergoss sie mit eiskaltem Wasser, aber nichts zeigte Wirkung. Panisch und verzweifelt rannte er durch die leeren Räume, stieg über die Treppen, hastete durch die Innenhöfe. Niemand außer ihm schien wach zu sein. Er war allein, gefangen in einer Welt des Schlafs. Der Tag kam, doch der Schlaf blieb. 

Der Traum wiederholte sich oft. Inbrünstig betete er zu Großmutter Winter, doch er fand keine Beruhigung. Die Träume kehrten wieder und stets war er allein, umgeben von einer Welt, die wie eingefroren schien. Als er von Tag zu Tag bleicher und kranker wirkte, begannen seine Kinder, ihn zu meiden. Wie ein Gespenst wirkte er auf sie. Seine Frau sprach ihn an, doch er schrak zurück. Ihre sorgenvollen Augen ängstigten ihn, denn er wagte nicht, ihr die Schrecken seiner Träume zu offenbaren. Allein saß er oft im Turm und blickte über das Korjakengebirge. Die schneebedeckten Gipfel, der blaugraue Wald, hatten ihm sonst Kraft und Ruhe gegeben. Nun kroch ihm bleierne Angst in die Knochen. Auch tagsüber blieb er im Bett. Schließlich rief man nach den weisesten und klügsten der Medizinkundigen, doch alle Kräuter und Tinkturen halfen nichts. Die Träume kehrten stets wieder, und seine Verzweiflung nahm zu. 

Da näherte sich das Opferfest. Seine Sippe, die Dovrac, waren besonders ehrerbietig gegenüber den Ahnen. Alle Feste und Rituale zu Ehren der Vorväter wurden mit besonderer Hingabe begangen. Das Opferfest wurde stets am Schrein der Ahnen abgehalten. Man erreichte ihn nur über einen verborgenen Pfad, der tief in den Höhlen unterhalb der Burg begann und in den Fels führte. Mehrere Stunden pilgerte die Sippe in spärlichem Licht durch die steinigen Gänge, dann erreichte man eine Grotte, in der die drei Statuen der Ahnen standen. Über ihnen war in den Stein geschlagen ein Relief, fallendem Schnee nachempfunden. Ein Symbol für Großmutter Winter, der Anfang und das Ende, welche die Welt zunächst erträumt und somit erschaffen hat. Die Blutkerzen erleuchteten den heiligsten Ort der Dovrac. Man sagt, sie seien aus dem Blut der Steinwachteln gemacht, den Greifvögeln, die in den höchsten Gipfeln des Korjakengebirges nisten und nur Großmutter Winter selbst dienen. 

Bleich und ausgezehrt folgte Elija seiner Sippe, benommen und gedankenverloren tappte er in die Grotte. Die Frauen und Männer gingen auf die Knie, und wie immer murmelten sie ihre Gebete und brachten ihre Opfer dar. Felle, Tiere, Schmuck, seltene Steine und vieles mehr legte man den Statuen zu Füßen, die all dies nicht zu beachten schienen. Ihr Blick richtete sich seit Urzeiten auf die steinernen Schneeflocken in der Decke der Grotte. Nach und nach verließen die Dovrac die Grotte der Ahnen wieder. Nur Elija blieb, er hatte keine Opfer mitgebracht. Zu sehr plagte ihn die Not seiner Träume. Wie von selbst war er dem Zug seiner Familie gefolgt. Erst jetzt dämmerte ihm, dass seine Gedankenlosigkeit eine Beleidigung für die Ahnen sein könnte. Beschämt trat er näher an die Statuen. Er kniete sich nieder und legte die Stirn auf den kalten Steinboden, als könnte seine Haltung die fehlenden Opfergaben entschuldigen. Als die Kälte des Steins in seine Stirn stach, wurde ihm schwindelig. Er wollte sich erheben, aber es gelang ihm nicht. Stattdessen fiel er zur Seite. Der Schrecken übermannte ihn. Er wollte schreien, aber sein Körper war wie gelähmt. Die Kälte des Steins schwemmte durch seine Glieder. Kurz sah er sich wie von oben und fand sich nicht mehr wieder. Nur noch Stein war dort, er war zu einem Teil davon geworden. Die Panik kehrte zurück. Mit aller Macht versuchte er, seinen Körper vom Boden zu lösen, doch stattdessen brach die Grotte über ihm ein und begrub ihn unter sich. Die Welt löste sich in Nebel auf, seine Erinnerungen, sein Körper und sein Bewusstsein wirbelten wie Schneeflocken durch die Grotte und vergingen. 

Dies war das erste Mal, dass Großmutter Winter zu ihm gekommen war. 

 

Ein kurzes Wiehern lässt Elija stoppen. Er legt beruhigend die Hand an den Hals seines Pferdes. Er kennt es gut und weiß, was das bedeuten muss. Wachsam blickt er sich um. Der Bergwald umgibt ihn beinahe undurchdringlich. Einen Moment lang fragt er sich, wie er überhaupt bis hierher kommen konnte. Auch hinter sich kann er keinen Pfad erkennen, nur wenige Meter weit reichen die Abdrücke der Pferdehufe, dahinter wirken Farne und Moose unberührt. Sehr langsam wandert seine Hand zum Knauf seines Schwerts, doch dann besinnt er sich. Er ist nicht hier, um Krieg zu führen, sondern um Frieden zu schaffen. Seit den Visionen in der Grotte weiß er, dass er das Heiligtum der Pruzzen finden muss. Er hatte unter dem Schnee-Relief Großmutter Winter gespürt. Er wusste nicht, auf welche Weise das Wissen zu ihm gekommen war, aber er war sich völlig sicher, dass er in das schroffe und undurchdringliche Bergland der anderen Bojarensippe wandern musste. Als er die Thornburg verlassen hatte, waren die Alpträume verschwunden. 

Er konzentriert sich und sucht erneut das Dickicht mit Blicken ab. Irgendwer oder irgendetwas ist hier, das Reittier hat es bereits gespürt. Elija lässt die Zügel aus der Hand gleiten und bewegt sich langsam und behutsam zwei Schritte nach vorn. Er öffnet beide Hände und hält sie so, dass man sieht, dass er keine Waffen führt. Zugleich hofft er, dass diese Geste besänftigend wirkt. Ruhe und Kraft legt er in seine Stimme, er kennt ihren Klang, ihre Wirkung, er vertraut ihr, und als seine Brust anfängt zu schwingen, gibt er sich dem ganz hin: „Ehre sei der Kraft des Bären, Ehre sei dem Instinkt des Wolfs, Ehre sei der Schnelligkeit des Falken. Der Stein, der Wald und das Wasser sind unsere Eltern, die Schneeberge sind unsere Großmutter. Ich unterwerfe mich diesem Land und entbiete ihm meinen tiefsten Respekt.“ Er lässt sich auf die Knie sinken und berührt mit den Händen Gras und Stein am Boden. „Die Pruzzen sind meine Anverwandten, doch ich weiß, dass ihre Wut und ihre Kraft wie die des Bären und der Wölfe sind und ihr Tod schnell wie der Falke ist. Mein Name ist Elija von den Dovrac, und ich komme in Frieden und Ehrerbietung für das Land der Pruzzen.“ 

Als seine Worte verklingen, wird die Stille unheimlich. Es ist, als würde selbst der Wind innehalten und das Rauschen der Blätter verstummen. Für einen Moment wirkt der Ort wie von der Zeit losgelöst, eingefroren. 

Elija blickt sich aufmerksam um und sieht, wie sich die Bäume verändern, der Boden anwächst, das Dickicht sich offenbart. Wie ein Zauber, der aufgehoben wird, formen sich aus Blättern, Farnen und Geäst menschliche Körper. Auf einem Baum steht urplötzlich eine schlanke Frau mit gespanntem Bogen, einen Pfeil auf Elija gerichtet. Ihr langes dunkelbraunes Haar ist kunstvoll geflochten. Ein braungrüner Lederpanzer umgibt ihren Oberkörper, weiches Leder und braune Stoffe bedecken ihren muskulösen Leib. Links und rechts von Elija verwandeln sich Gestrüpp und Geäst in zwei kräftige Männer, ebenso gekleidet wie die Frau, doch anstelle des Bogens tragen sie lange Speere und Bronzeäxte. Ihre Blicke wirken argwöhnisch und ihre Körper bereit zum Kampf. Direkt vor ihm gleitet ein vierter Mann aus dem Unterholz, noch eindrucksvoller als die anderen. Sein Körper scheint nur aus Muskeln, Haut und Knochen zu bestehen. Seine langen Glieder müssen sich außergewöhnlich schnell und geschmeidig bewegen und zugleich mit tödlicher Kraft treffen können. Außer Arm- und Beinschienen aus schwarz-gehärtetem Leder trägt er kein Rüstzeug. Seine Züge sind scharf, die Augen blitzen ebenso schwarz wie sein Bart und sein langes Haar. Er trägt einen Speer und eine schwertartige Sichel. Zahlreiche Bronzemesser stecken in einem Lederband, das um seinen Oberkörper geschlungen ist. Jetzt, da die Macht der Stimme verklingt, fühlt sich Elija schwach und will zurückweichen, doch dann wird ihm klar, dass dies nicht klug wäre. So hält er dem durchdringenden Blick des Anführers der Gruppe stand, der ihn hasserfüllt mustert. Augenblicke vergehen, ohne dass jemand spricht. Dann kehrt der Wind zurück, ein leichtes Rauschen der Blätter scheint die Menschen in ihrer Mitte beruhigen zu wollen. Weit entfernt hört man einen Vogel zwitschern und einige Insekten surren über den fünf Menschen. 

„Die Dovrac leben in Steinburgen. Die Dovrac lesen in Papier und gürten sich in Metall. Die Dovrac lieben nur sich und sonst nichts, sie haben das Herz der Wildnis schon lange vergessen“, zischt der Pruzze und blickt Elija zornig in die Augen. „Ich bin Arun, der Jäger, und frage dich, Elija von den Dovrac, warum du unser Land mit deiner Anwesenheit beschmutzt?“ 

Der Dovrac presst die Lippen zusammen. So viel Wut, so viel Hass. Er weiß um den Stolz der Pruzzen. Seit vielen Jahrzehnten leben sie tief in das Gebirge zurückgezogen, weil sie beleidigt wurden und die anderen Sippen sie als untergeordnete Wilde behandelt haben. Elija spürt, dass die vier gern den heißen und verletzten Stolz ihrer Sippe mit seinem Blut kühlen wollen. Aber noch lebt er und sie reden, er weiß, in diesem Fach ist er ihnen nicht unterlegen. 

„Und doch wissen die Pruzzen wie die Dovrac von Großmutter Winter. Wir verehren die Ahnen, und das Korjakengebirge ist unsere Heimat, unser Schild. Wir sind miteinander verbunden, vom Anbeginn unserer Welt bis zum Ende.“ Er macht eine kurze, bedeutungsvolle Pause. „Ich komme als Gesandter, um die Pruzzen um Verzeihung zu bitten. Die Dovrac bereuen ihre Überheblichkeit und wünschen sich, das alte Band neu zu flechten. Und nicht nur das. Ich weiß, es ist auch der Wille der Ahnen, dass wir uns nicht als Feinde ansehen.“ 

Er sucht in den Augen seines Gegenübers eine Regung, doch der starrt kalt und ablehnend. Allerdings sinkt der Bogen und die Speerträger entspannen sich. Seine Worte besaßen Kraft, das haben sie schon immer getan. Es ermutigt ihn, dass dies auch jetzt noch wirkt, wenn auch nicht so vollständig, wie er gehofft hat. 

„Arun, ich habe von dir gehört. Man sagt, du seist der stärkste Jäger, den die Pruzzen jemals hatten. Unter deiner Führung sind die Pruzzen selbst jenseits der Berge als machtvolle Sippe bekannt. Sollte es dir nicht ein Zeichen sein, dass der zukünftige Nashad der Dovrac allein zu euch wandert, um mit euch zu opfern, zu speisen und zu trinken, um euch seinen Respekt zu zollen?“ 

Ein winziger Moment unendlicher Spannung geht der Eruption voraus. Elija spürt, dass seine Worte etwas bewegen, doch er rechnet nicht mit einem Angriff; blitzschnell springt Arun aus dem Stand in Elijas Richtung und bringt in einer fließenden Bewegung die lange Schwertsichel in eine Position, welche tödlich für Elija sein muss. Dieser reagiert, wie er es in den vielen Stunden des Waffentrainings auf dem Burghof gelernt hat. Er dreht sich zur Seite und lässt sich fallen, um sich mit einer Rolle aus der Gefahr zu bringen. Alles geht so schnell, dass der Ausgang kaum erkennbar ist. Elija reißt das Schwert aus der Scheide, dann spürt er ein Rinnsal Blut über seine Augen laufen. In seinem Körper tost die Kampfeswut. Er geht zum Angriff über, weiß jedoch nicht, wo Arun steht. 

„So vermag er also nicht nur zu reden, sondern auch zu kämpfen“, klingt die Stimme des Jägers durch den Wald. Arun steht viel weiter von Elija entfernt, als er erwartet hat. Seine Haltung drückt Gelassenheit aus. Ein Hauch von Anerkennung klingt in seiner Stimme mit, während seine Augen ihn so ablehnend wie zuvor anblicken. 

„Vorerst wollen wir nicht kämpfen. Du darfst uns begleiten, wir werden deine Wunde verbinden und wir werden die Ahnen gemeinsam verehren. Und dann wirst du die Wahrheit über dein Begehr sagen, sodass über dein Leben entschieden werden kann.“